Lauchhammer-Eisenkunstguss

Logo Lauchhammer GießereiDer Name Lauchhammer steht in unserer Zeit vor allem für den Bau von leistungsfähigen Windkraftanlagen. Doch nur „einen Steinwurf“ vom Hochtechnologie-Standort im heutigen Brandenburg entfernt, lebt ein traditionelles Handwerk. Denn in der historischen Gießerei werden bis heute die Skulpturen namhafter Künstler in Eisen gegossen. Schließlich hat Lauchhammer-Eisenkunstguss in der ganzen Welt seine Liebhaber.

Dennoch kann im Schloss, im Schlosspark, der St. Mauritius-Kirche und der alten Kirche von Wolkenburg an der Zwickauer Mulde, eine einzigartige Sammlung von frühen Lauchhammer-Eisenkunstguss-Figuren bewundert werden. Ursache dafür ist wiederum Detlev Carl Graf von Einsiedel. Der Wirtschaftsexperte aus Wolkenburg erbte nämlich am 26. Juli 1776 den gesamten Besitz seiner Paten-Tante Benedicta Margareta von Löwendal (1683-1776), die sich von einer Hofdame zu einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen ihrer Zeit entwickelt hatte. Dazu gehörte auch die Grundherrschaft Mückenberg (heute: Lauchhammer) und deren kleines Eisenwerk.
 
Dank seiner Beziehungen zu den führenden Wissenschaftlern und Ingenieuren der Bergakademie in Freiberg gelang es Detlev Carl Graf von Einsiedel, die Hammermühle mit eigenem Schmelzofen zu einem frühen Industrie-Unternehmen auszubauen. Die Besonderheit dabei war, dass der adlige Unternehmer auch Künstler  in die Entwicklung seiner Industrieprodukte einbezog.

Speziell wurden die Bildhauer Thaddäus Ignatius Wiskotschill (1753-1795) und Joseph Mattersberger (1754-1825) damit beauftragt, aus Gips-Abgüsse antiker Skulpturen brauchbare Formen für Nach-Güsse in Eisen herzustellen. In Zusammenarbeit mit den Fachleuten des Eisenwerkes entstand schließlich ein spezielles Wachs-Aus-Schmelzverfahren.      

Die erste nach der neuen Technologie gegossene Figur, eine Bacchantin, gelang 1782 und sorgte für Aufsehen. Denn große und komplizierte Eisenguss-Teile waren bisher nur in England und Frankreich hergestellt worden. Zudem warteten die Baumeister,  Gartenarchitekten und deren zahlungskräftige Auftraggeber seinerzeit auf Abgüsse antiker Skulpturen aus einem haltbaren Material.

In der Folge lieferte der Eisenkunstguss nicht nur Erfahrungen sondern auch das Geld, um in Lauchhammer die Probleme der Herstellung großer Maschinen- und Brückenteile aus Guss-Eisen zu lösen. Der Durchbruch wurde auf diesem Gebiet im Jahr 1807 erreicht, bis dahin war Lauchhammer-Eisenkunstguss schon zu einem Markennamen geworden. Davon ließ Detlev Carl Graf von Einsiedel natürlich ausgesprochen schöne Stücke rund um sein Heimat-Schloss aufstellen. In Wolkenburg befinden sich deshalb auf kleinstem Raume die zahlenmäßig größte Ansammlung von Lauchhammer-Eisenkunstgussplastiken.

Diese Tatsache verleiht Wolkenburg ganz besondere Bedeutung mit europäischem Rang.

Deshalb lautet das Alleinstellungsmerkmal für Wolkenburg:


Lauchhammer Eisenkunstguss Plastiken


Parkplastiken:


            Artemis (auch Wolkenburger Flora benannt) aber gegenwärtig
            wissenschaftlich bewiesen Bacchantin

            Apoll von Belvedere

            Knöchelspielendes Mädchen

            Lykischer Apoll

            Büste der Sidonie Albertine von Einsiedel

            Eischenkender Satyr

            Kandelaber

            Vase

            Bogenschnitzender Amor


Eisenkunstguss an der Freitreppe im Schlosshof:



            Treppengeländer

            Heiliger Martin

            Heiliger Georg

            Urnen

            Kandelaber


Eisenkunstguss an und in der neuen Kirche St. Mauritius:



            Cherub mit Opferschale

            Cherub mit Rauchfaß

            Büste Detlev Carl Graf von Einsiedel

            Ovale Gedenktafel Friedrich von Einsiedel

            Taufbecken

            Fronton (südlich)  Auferstehung

            Fronton (nördlich) Erhöhung der ehernen Schlange


Eisenkunstguss in der alten Kirche St. Georg & St. Mauritius:



            Gedenktafel für Detlev Carl Graf von Einsiedel

            Grabmal der Sidonie Albertine von Einsiedel