Burg


Die ältesten Teile der Burganlage entstanden mit Sicherheit im 12. Jahrhundert und wurden in der Folgezeit immer weiter ausgebaut. Bei den ersten Besitzern  handelte es sich um die Herren von Wolkenburg, die mit der Besiedelung der Region beauftragt waren. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts gehörten Wolkenburg und die Dörfer der Umgebung den Herren von Colditz, die ihren Besitz an die Markgrafen  von Meißen verkauften. Danach wurden Burg und Herrschaft mehrfach verlehnt. Dabei tauchten im Jahr 1409 die Namen von Heinrich und Klaus von Einsiedel auf. Doch 1416 wurde Wolkenburg durch die Familie der Ritter von Kaufungen erworben. So gelangten Burg und Grundherrschaft ins Eigentum von Kunz von Kaufungen (um 1410-1455), der durch den „Altenburger Prinzen-Raub“ bekannt wurde. Nach der Hinrichtung des „Prinzen-Räubers“ am 14. Juli 1455 fiel dessen Besitz an die sächsischen Kurfürsten. Erst 1485 gab Johann der Beständige (1468-1532) die Grundherrschaft und die Burg von Wolkenburg als Lehen an die Familie von Ende. Als diese in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) in finanzielle Schwierigkeiten geriet, kaufte Heinrich Hildebrand von Einsiedel (1586-1651) im Jahr 1627 die überschuldete Grundherrschaft samt Burg auf. Daraufhin verblieb die Anlage bis zur Bodenreform im Herbst 1945 ununterbrochen im Besitz der Grafen von Einsiedel.
 
Schloss

Unter der Herrschaft der Grafen von Einsiedel wurde die Burganlage in Wolkenburg schon im 17. Jahrhundert zum Wohnschloss umgebaut. Dennoch blieben der ovale Grundriss des Gebäude-Komplexes und einige Details der Burg, wie Gewölbe  und Reste romanischer Fenster, bis heute sichtbar.  
Das Erscheinungsbild des Schlosses in unserer Zeit prägte jedoch Detlev Carl Graf von Einsiedel (1737-1810), der als Minister, Ökonom, Unternehmer und Kunstliebhaber großen Einfluss auf die sächsische Politik hatte. Er ließ das Hauptgebäude im Stil des Klassizismus umgestalten. Dabei entstand der Festsaal, der von sächsischen Hofbaumeistern mit Motiven aus der Antike versehen wurde.  
Hinzu kommt die Bibliothek im oberen Teil des Wohnbereichs der Grafen, die heute als architektonisches Kleinod von europäischem Rang gilt. Denn die Bücher-Schränke erstrecken sich nicht nur über zwei Etagen. Vielmehr bildet der Raum ein Gesamtkunstwerk im venezianisch-neogotischen Stil, dass Büchern und dem darin enthaltenen Wissen einen feierlichen Rahmen gab.    
Das Hauptgebäude des Schlosses wird durch das so genannte Witwenpalais ergänzt, dass 1873 im schlichten Stil der Neorenaissance gebaut wurde.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Schloss Wolkenburg im Rahmen der Bodenreform enteignet und kam in Besitz der Gemeinde Wolkenburg, später: Wolkenburg-Kaufungen. Durch Eingemeindung ist die Stadt Limbach-Oberfrohna seit 2000 der Hausherr.
Von 1945 bis 1999 dienten die Räume des Schloss-Komplexes hauptsächlich als kleine private Wohnungen. Daneben hatten solche Einrichtungen, wie die Schulküche, ihr Domizil in den historischen Mauern.  Seit 11 Jahren finden verstärkt Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten statt. In den ehemaligen gräflichen Wohnräumen befindet sich heute die museale Ebene mit Kabinetten (Einsiedelkabinett, Fritz von Uhde Kabinett und Lauchhammereisenkunstguss Kabinett). Weitere zwei Räumlichkeiten werden für Sonderausstellungen genutzt.